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Der vierte März kommt; der Tag, auf den alle hingearbeitet haben. Wir treffen uns nachmittags im Schöneberger Zimmer, die Familien sind auch da, viele Kinder. Es dauert, bis man weiß, wer zu wem gehört.

Die Werkstatt wird umgeräumt; nach arabischer Sitte sind alle Matratzen und Sitzmöglichkeiten an den Wänden entlang aufgereiht und die Mitte des Raumes bleibt frei. Auf einmal wirkt der Raum orientalisch. Es gibt viele Spezialitäten zu essen; alle haben etwas vorbereitet und mitgebracht.

 

Daniel konnte von einer befreundeten Nachbarin ihren Galerieraum für die Ausstellung bekommen. Der Raum ist nebenan, die fertigen Matratzen liegen auf dem Boden. Drei Pflanzen stehen bei ihnen – und auch hier ist auf diese Weise eine Atmospäre irgendwo zwischen Orient und Occident entstanden. Die ersten Gäste kommen und laufen zwischen Werkstatt und Galerie hin und her. Das Wetter ist ein Geschenk; es ist erstaunlicherweise mild und trocken in diesem unfreundlichen Winter.

Dann gibt es auf einmal einen Käufer für die erste Matratze. Die Nachricht spricht sich wie ein Lauffeuer herum. Dann kauft noch jemand und noch jemand. Freude und Erleichterung beim Team.

Daniel sagt später, als er die Matratzen ausgeliefert hat, war es allen Käuferinnen und Käufern ein Bedürfnis, über das Projekt zu sprechen; der Kauf hat etwas in Bewegung gebracht. Eine weitere spannende Beobachtung: die Wohnungen der neuen Matratzenbesitzer sind ganz unterschiedlich. Doch egal ob überbordend oder minimalistisch: Die Matratzen passen in alle Wohnungen. Das ist im Nachhinein ein schöner Effekt. Das Objekt, das von so vielen Menschen mit so vielen unterschiedlichen Herangehensweisen und Hintergründen entstanden ist, kann sich in viele Wohnkonzepte integrieren und bleibt individuell.

Der Abend ist ein Erfolg. Drei Matratzen sind verkauft, die Stimmung ist fröhlich und das Team und die Gäste mischen sich bunt durcheinander. Es ist ein gutes Zeichen, dass – zumindest für diesen Abend – Menschen miteinander in Verbindung kommen, die sich sonst nicht treffen würden. Doch bei aller Euphorie des Augenblicks fragen wir uns, wie es weitergeht. Wie kann das Projekt Matrah nachhaltig wirken? Was haben wir erreicht und was kann man für die Zukunft daraus machen?